Abschied von Beate Schmeichel-Falkenberg

Die Gründerreihen unserer KTG lichten sich.  Von den 23 Gründungszeichnern am 2. April 1988 in Weiler sind nur noch fünf Mitglieder in unserer Gesellschaft, 10 Todesfälle mussten wir beklagen und 8 Austritte verzeichnen.

Nach Irmgard Ackermanns Todesnachricht erreichte mich kurz danach die traurige Anzeige, dass auch Beate Schmeichel-Falkenberg mit 91 Jahren am 17. September von uns gegangen ist. Ich hatte im letzten Jahr noch zum 20. Juni Beates 90. Geburtstag in unserem Mitteilungsblatt ausführlich gewürdigt und möchte zum ehrenden Gedenken an unsere engagierte, kommunikativste, stets im vordersten Hintergrund präsente Mitgründungsinitiatorin Beate Schmeichel-Falkenberg das Gesagte nicht wiederholen.

Zu ergänzen wäre noch, dass Beate aufgrund Ihres Ferienhauses in Schweden, auch die Kontakte zu den Tucholskyfreunden in Schweden gepflegt hat, allen voran Maren von Bothmer und Olle Hambert, mit denen die unvergessene Gripsholmtagung Pfingsten 1994 ermöglicht wurde. Wir konnten dort auch die besondere Ehrung für und mit Inga Melin, Tucholskys Malwine, und die Auszeichnung für Sonja Thomassen, Lisa Matthias (Lottchens) Tochter, vornehmen. Der Beitrag von Beate Schmeichel-Falkenberg »Lisa Matthias und Gertrude Meyer« in der Tagungsdokumentation (Hepp/Links Hrsg. »Kurt Tucholsky und Schweden«) zeugt von der emsigen Rechercheakribie der umfassend belesenen Tucholskyliebhaberin.

Beates treuer Begleiter Manfred Schmeichel, der wenige Jahre vor ihr gestorben ist, sei in dieser Erinnerung nicht vergessen. Er verstand in aller Stille, verlässlich im Hintergrund agierend, alle Hürden für seine Frau auszuräumen. Es gehörte auch zu Beates Stärken, als überzeugte Frauenkämpferin alle Kräfte für Ihre Ziele zu aktivieren.

So erklärt sich auch, dass Beate Schmeichel-Falkenberg nach ihrer langjährigen Vorstandsarbeit für die KTG als Vorsitzende der Gesellschaft für Exilautorinnen ebenso engagiert tätig war und Tagungsberichte herausgab. Auch deshalb wurde ihre Präsenz in der Gesellschaft zurückhaltender.

Die KTG hat Beate sehr viel zu verdanken, ihre Leidenschaft, Energie, Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft war und ist nicht zu ersetzen. Unsere Erinnerung wird das Geleistete wachhalten und ihre menschliche Nähe weiterhin vermissen. Ein ehrendes Gedenken ist ihr in unserer Gesellschaft sicher.

Harald Vogel

Die Urnenbeisetzung findet am 3. November um 15 Uhr in der Belsener Kirche in Mössingen-Belsen statt.

Statt Blumen wird um eine Spende an Pro Asyl mit dem Stichwort Beate Schmeichel-Falkenberg gebeten:
ProAsyl, IBAN DE70 3702 0500 5050 50, BIC BFSWDE33XXX

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Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft widmet sich dem Andenken Tucholskys und der Verbreitung seines Werkes. Alle zwei Jahre vergibt sie den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.

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