Kurzbiographie

Alternativ finden Sie hier eine kommentierte Biographie in Textzeugnissen oder eine Auswahl an Bildern aus Tucholskys Leben.

Die Jahre 1890-1920

Kurt Tucholsky 189409. Januar 1890

Kurt Tucholsky wird in Berlin-Moabit geboren. Seine Eltern sind Alex Tucholsky (1855 – 1905), Kaufmann und Bankdirektor und Doris Tucholsky, geb. Tucholski (1861 – 1943).
1893 – 1899 lebt die Familie in Stettin.

1. November 1905 Tod des Vaters

Kurt Tucholsky 190822. November 1907 Im Ulk, der satirischen Beilage des Berliner Tageblatts, erscheinen anonym seine ersten Arbeiten: Märchen und Vorsätze.

07. Oktober 1909 Beginn des Jura-Studiums an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin (heute: Humboldt-Universität zu Berlin). 1910 studiert Tucholsky im Sommersemester an der Universität Genf.

25. April 1911 Erster Artikel im sozialdemokratischen Vorwärts (Mitarbeit bis Sommer 1914).

August 1911: Mit Else Weil, genannt »Claire Pimbusch«, in Rheinsberg.

Herbst 1911: Tucholsky arbeitet im Wahlkampf für die SPD.

Cover Rheinsberg 191217. Januar 1912 Erste Veröffentlichung im Prager Tagblatt.

15. November 1912 Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte erscheint. Das Buch wird bis 1932 120.000 mal verkauft.

09. Januar 1913 Tucholsky beginnt seine Arbeit für die Schaubühne. Im Frühjahr führt er die Pseudonyme »Ignaz Wrobel«, »Peter Panter« und »Theobald Tiger« ein.

07. April 1913 Erstmals Arbeiten im Simplicissimus.

01. September 1913 Der Zeitsparer, Grotesken von Ignaz Wrobel, erscheint.

21. Januar 1914 Die Universität Jena lehnt Tucholskys Dissertation ab.

12. Mai 1914 Tucholsky schreibt sich wieder an Universität Berlin ein und belegt Vorlesungen über Geographie und Psychologie. [Text: Rosa Bertens]

01. Juli 1914 Austritt aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

01. August 1914 Beginn des Ersten Weltkriegs

Kurt Tucholsky 191514. Januar 1915 Annahme der mehrfach überarbeiteten Dissertation Die Vormerkung aus § 1179 BGB und ihre Wirkungen durch die Universität Jena. Tucholsky wird zum Dr. iur. promoviert.

10. April 1915 Einberufung und Einsatz als Armierungssoldat im Memelgebiet.

26. November 1916 Die erste Ausgabe der Feldzeitung Der Flieger erscheint, die Tucholsky konzeptioniert und redigiert hat.

11. September 1917 Beförderung zum Unteroffizier.

November 1917 Tucholsky verliebt sich in Mary Gerold (1898 – 1987) aus Riga.

Kurt Tucholsky 191808. Mai 1918 Versetzung zur Politischen Polizei in Bukarest.

21. Juli 1918 Tucholsky läßt sich in Turn-Severin evangelisch taufen.

20./21. November 1918 Rückkehr nach Berlin.

Dezember 1918 Tucholsky übernimmt die Redaktion des Ulk, der satirischen Wochenbeilage des Berliner Tageblatts und der Berliner Volks-Zeitung. Er führt das Pseudonym »Kaspar Hauser« ein.

09. Januar 1919 Erster Artikel der Militaria-Serie (»Offizier und Mann«) in der Weltbühne. [Text: »Was darf die Satire?«]

13. März 1919 Tucholskys programmatischer Artikel »Wir Negativen« erscheint. [Text: »Wir Negativen«]

Juni 1919 Tucholsky übernimmt auch redaktionelle Aufgaben bei der Weltbühne.

30. August 1919 Tucholsky gehört mit Carl von Ossietzky, Emil Julius Gumbel, Karl Vetter u.a. zu den Gründern des Friedensbundes der Kriegsteilnehmer, der die »Nie wieder Krieg«-Massenkundgebungen organisiert.

Ende Oktober 1919 Die Gedichtsammlung Fromme Gesänge von Theobald Tiger erscheint. Arbeiten für das von Max Reinhardt gegründete Kabarett Schall und Rauch. [Text: Wenn der alte Motor wieder tackt]

Mary Gerold 1919

05. Januar 1920 Mary Gerold kommt nach Berlin, sie trifft Tucholsky nach anderthalb Jahren wieder, im Februar trennen sich die beiden.

09. Februar 1920 Premiere von Nestroys Judith und Holofernes in der parodistischen Bearbeitung von Theobald Tiger, Regie: Max Reinhardt.

01. März 1920 Eintritt in die USPD.

03. Mai 1920 Tucholsky heiratet die Ärztin Else Weil (1889-1942), die Claire aus Rheinsberg.

ab Mai 1920 Arbeiten für die USPD-Blätter Freie Welt und Die Freiheit.

Juli 1920 Redakteur des Pieron, einer staatlich finanzierten Propaganda-Zeitschrift, die vor der im Versailler Vertrag festgelegten Abstimmung für den Verbleib Oberschlesiens im Deutschen Reich wirbt.

1. August 1920 Rede auf der »Nie wieder Krieg«-Kundgebung im Berliner Lustgarten.

Träumereien an preußischen Kaminen 1920November 1920 Träumereien an preußischen Kaminen von Peter Panter erscheint.

Dezember 1920 Wegen seiner Arbeit für den Pieron lehnen die USPD-Zeitungen es ab, Artikel von Tucholsky zu publizieren.

18. Dezember 1920 Aufgrund der öffentlichen Kritik kündigt er beim Pieron zum Jahresende.
Die Jahre 1921-1927

Kurt Tucholsky Lesung 19211921 Chansons für Gussy Holl, Paul Graetz, Claire Waldoff, Rosa Valetti, Trude Hesterberg, Kate Kühl u.a.

Oktober 1921 Premiere der Nelson-Revue Bitte zahlen mit zahlreichen Chansons von Theobald Tiger.

03. November 1921 Der von Reichswehrminister Otto Geßler gegen Tucholsky angestrengte Prozeß wegen des Artikels Offiziere endet mit einem Freispruch.

26. April 1922 Teilnahme an einer Kundgebung der Deutschen Liga für Menschenrechte.

17. Juni 1922 Die USPD-Führung fordert ihre Parteiblätter auf, Tucholsky wieder zu drucken.

06. Juli 1922 In der Weltbühne erscheint die erste Herr Wendriner-Geschichte von Kaspar Hauser.

Nie wieder Krieg 192230. Juli 1922 »Nie wieder Krieg«-Kundgebung in Berlin. Das Gedicht Drei Minuten Gehör wird in vielen Städten vorgetragen.

11. August 1922 Massenkundgebung zum »Geburtstag der Reichsverfassung« in Berlin. Tucholsky war an der Vorbereitung des republikanischen Festes beteiligt.

Herbst 1922 Bewerbungen bei verschiedenen Wirtschaftsunternehmen.

Oktober 1922 Premiere der Rudolf Nelson-Revue Wir steh’n verkehrt mit 9 Couplets von Theobald Tiger.

1. März 1923 Arbeit im Bankhaus Bett, Simon & Co.

Juni 1923 Eröffnung des von Tucholsky mitbegründeten Cabarets »Die Gondel«.

Siegfried Jacobsohn 192322. Juni 1923 Trennung von Else Weil.

15. Juli 1923 Das Angebot Siegfried Jacobsohns für eine feste Mitarbeit im Verlag der Weltbühne lehnt Tucholsky vorerst ab.

15. Februar 1924 Vertrag mit Siegfried Jacobsohn über Tucholskys Mitarbeit bei der Weltbühne

24. März 1924 Aufnahme in die Berliner Freimaurerloge »Zur Morgenröte«.

6. April 1924 Abreise nach Paris als Korrespondent für die Weltbühne und die Vossische Zeitung. [Text: Das menschliche Paris]

30. August 1924 Kurt Tucholsky und Mary Gerold heiraten.

16. September 1924 Das Ehepaar zieht nach Paris.

Kurt Tucholsky 19251. Mai 1925 Kurt und Mary Tucholsky ziehen von Paris nach Le Vesinet um.

16. Juni 1925 Aufnahme in die Freimaurer-Loge »Les Zélés Philanthropes« [Eifrige Menschenfreunde].

23. Juni 1925 Aufnahme in die Loge »L´Effort« [Die Bemühung].

07. Juli 1925 Die erste Nachher-Geschichte von Kaspar Hauser erscheint in der Weltbühne.

18. August bis Mitte Oktober 1925 Reise mit seiner Frau in die Pyrenäen. Immer wieder Streit.

Januar 1926 Vorträge bei der französischen Liga für Menschenrechte.

Mai 1926 Reise über Basel nach Wien, wo er mit Max Reinhardt über ein neue Revue berät. [Text: Der Prozeß]

Juni 1926 Tucholsky reist allein in die Normandie.

Juli 1926 Kurt Hiller gründet die »Gruppe Revolutionärer Pazifisten«. Tucholsky wird in den Vorstand gewählt.

06. Juli 1926 Reise nach Garmisch, um mit Alfred Polgar eine Revue für Max Pallenberg und Fritzi Massary zu schreiben.

01. August 1926 Versammlung der »Deutschen Liga für Menschenrechte«. Carl von Ossietzky und der abwesende Tucholsky werden in den Vorstand gewählt.

Umschlag der Weltbühne vom 2.12.1930September 1926 Tucholsky ist in Berlin

Oktober 1926 Das Ehepaar Tucholsky zieht nach Fontainebleau.

03. Dezember 1926 Siegfried Jacobsohn stirbt. Tucholsky fährt sofort nach Berlin und übernimmt bis Mai 1927 die Leitung der Weltbühne.

08. Januar 1927 Verhandlungen mit Edith Jacobsohn über die Weiterführung der Weltbühne.

25. Januar 1927 Tucholsky lernt die Journalistin Lisa Matthias (1894 – 1982) kennen, das Vorbild für die Figur des »Lottchen«.

15. Mai 1927 Jahrestagung der „Deutschen Liga für Menschenrechte“, Tucholsky gehört dem Vorstand bis 1930 an. [Text: Berlin! Berlin!]

Mai 1927 Nach der Übergabe der Leitung der Weltbühne an Carl von Ossietzky reist er nach Dänemark.

22. Mai 1927 Beim II. Reichskongress der kommunistischen Roten Hilfe Deutschland wird Tucholsky in den Vorstand gewählt.

Juni 1927 In Mogenstrup-Kro per Lou in Dänemark arbeitet er an dem Sammelband Mit 5 PS.

27. Juli 1927 Rückkehr nach Paris.

Wanderung im Spessart 19269. – 29. September 1927 Spessart-Wanderung mit Erich Danehl (»Karlchen«) und Hans Fritsch (»Jakopp«).

18. November 1927 Die Vossische Zeitung druckt Peter Panters Reisebericht Das Wirtshaus im Spessart.

Dezember 1927 Der Sammelband Mit 5 PS erscheint. [Text: Start]
Die Jahre 1928-1935

Januar 1928 In Berlin. Klagen über Nasenbeschwerden.

21. März 1928 Das Gedicht Ersatz von Theobald Tiger ist sein erster Beitrag in der KPD-nahen Arbeiter Illustrierte Zeitung [A-I-Z].

07. Mai 1928 Lisa Matthias bei Tucholsky in Paris. Gemeinsame Riviera-Reise.

04. Juni bis 13. Juli 1928 Kuraufenthalt im Sanatorium am Königspark in Dresden.

Ende Juli / August 1928 In Kivik (Süd-Schweden), um ein Theaterstück über Kolumbus zu schreiben und einen neuen Sammelband für Rowohlt zu konzipieren.

06. September 1928 Erster Lottchen-Monolog von Peter Panter in der Vossischen Zeitung.

18. September 1928 In Berlin. Vorwürfe aus dem Ullstein-Verlag wegen der A-I-Z-Beiträge.

19. September 1928 Verhandlungen mit Willi Münzenberg (Organisator der »Roten Hilfe« und kommunistischer Großverleger) über eine engere Zusammenarbeit.

Kurt Tucholsky 1928 in Paris29. September 1928 Rückkehr nach Paris.

20. November 1928 Mary Tucholsky verlässt ihren Mann und zieht nach Berlin.

Dezember 1928 Der Sammelband Das Lächeln der Mona Lisa erscheint.

ab 20. Dezember 1928 Bei Lisa Matthias im Tessin.

1929 Ständige Klagen über Kopfschmerzen und Krankheiten.

04. Januar 1929 Rückkehr nach Paris

11. Januar 1929 Tucholsky erhält die Carte d’identité der Republik Frankreich, gültig bis 1930.

Kurt Tucholsky und Lisa Matthias 192906. Februar 1929 Lisa Matthias trifft in Paris ein.

24. März 1929 »Tucholsky-Matinee« im Theater am Nollendorfplatz mit Henri Barbusse, Friedrich Hollaender, Ernst Busch, Paul Graetz, Rosa Valetti u.a.

April bis Oktober 1929 Tucholsky wohnt im Haus Fjälltorp in Läggesta, in der Nähe von Schloß Gripsholm.

06. August 1929 Deutschland, Deutschland über alles erscheint.

07. August 1929 Tucholsky mietet die Villa Nedsjölund in Hindås an.

14./15. Oktober 1929 Auf dem III. Reichskongress der »Roten Hilfe Deutschland« erneute Wahl in den Vorstand. [Text: Hej!]

15. Oktober bis 16. November 1929 In Berlin bei Lisa Matthias.

18. November bis 02. Dezember 1929 Lesereise: Köln, Frankfurt, Mannheim, Wiesbaden, Darmstadt, Mainz, Dresden, Leipzig, Breslau, Hamburg. In Wiesbaden kommt es zu Tumulten; ein Besucher wird für Tucholsky gehalten und verprügelt.

06. Dezember 1929 Reise über Basel nach Lugano zu Lisa Matthias.

22. Januar 1930 Tucholsky verlegt seinen Wohnsitz nach Schweden, Anfang Februar zieht er in die Villa Nedsjölund in Hindås.

Lisa Matthias 193001. bis 12. Juni 1930 Reise nach Berlin

19. Juli 1930 Kurhaus Sonnmatt in Luzern, nach monatelangen Klagen über »eine Magensache« und Nasenbeschwerden.

August 1930 Nach einer Tessin-Reise verbringt er den Sommer in Berlin.

Oktober 1930 Gertrude Meyer (1897 – 1990) wird seine Sekretärin und Dolmetscherin. Bald entsteht eine engere Beziehung.

21. Oktober 1930 Besuch Carl von Ossietzkys in Hindås. Sie beraten über einen Ausweich-Ort für die Weltbühne. [Text: Herr Wendriner steht unter einer Diktatur]

10. Dezember 1930 Vertrag mit Rowohlt über Schloß Gripsholm.

25. Dezember 1930 Lisa Matthias in Hindås.

1931 Die Beziehung mit Lisa Matthias zerbricht.

16./17. März 1931 Treffen mit Carl von Ossietzky in Lübeck. Sie beraten über die zukünftige Strategie der Weltbühne.

20. März – 26. April 1931 Vorabdruck von Schloß Gripsholm im Berliner Tageblatt.

29. März 1931 Versammlung der »Liga für Menschenrechte«, Tucholsky bleibt im Politischen Beirat.

Anfang Mai 1931 Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte erscheint.

15. Mai 1931 Reise über die Schweiz nach Paris, in Juni ist er in London.

03. Juli bis 03. Oktober 1931 Aufenthalt in Kent, zusammen mit Gertrude Meyer.

02. August 1931 Exposé für einen Roman: Eine geschiedene Frau, an Rowohlt (nicht ausgeführt).

04. August 1931 In der »Friedensnummer« der Weltbühne erscheint der Artikel Der bewachte Kriegsschauplatz von Ignaz Wrobel. Wegen des Satzes »Soldaten sind Mörder.« erstattet die Reichswehrführung Anzeige.[Text: Der bewachte Kriegsschauplatz]

17. August 1931 Das Filmmanuskript Seifenblasen ist fertig. Der Film wird nie gedreht.

18. August 1931 Austritt aus dem »Schutzverband deutscher Schriftsteller«, dem er seit 1913 angehörte.

29. September 1931 Letzter Beitrag für die Vossische Zeitung.

Oktober 1931 Der Sammelband Lerne lachen ohne zu weinen erscheint.

11. November 1931 Walter Hasenclever kommt nach Hindås. Zwei Monate lang arbeiten sie an Christoph Kolumbus.

Kurt Tucholsky 193117.-23. November 1931 Weltbühnen-Prozess vor dem Reichsgericht in Leipzig: Aufgrund des Artikels Windiges aus der deutschen Luftfahrt über die geheime Aufrüstung der Reichswehr werden der Autor Walter Kreiser und Carl von Ossietzky wegen »Verrats militärischer Geheimnisse« zu je 18 Monaten Gefängnis verurteilt.

12. Dezember 1931 Einjahresvertrag mit Rowohlt über einen monatlichen Vorschuß von 1.500 Mark. 1931 hielt sich Tucholsky letztmalig in Deutschland auf.

07. Januar 1932 Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wegen der »Aufforderung für die ›Rote Hilfe‹ Zahlungen zu leisten« im Artikel Im Gefängnis begreift man. (Am 27. Januar wird das Verfahren eingestellt).

24. März 1932 In Kopenhagen. Operation an der Nase.

16. April 1932 Tucholsky schreibt die letzten Arbeiten für die Weltbühne.

18. April 1932 Reise über Paris nach Le Lavandou zu Walter Hasenclever, dann nach Zürich.

01. Juli 1932 Der Prozess gegen Ossietzky wegen des Tucholsky-Satzes »Soldaten sind Mörder« endet mit Freispruch.

August 1932 Bei Aline Valangin in ihrem Tessiner Sommerhaus lernt Tucholsky die Züricher Ärztin Dr. Hedwig Müller (1893 – 1973) kennen, die er »Nuuna« nennt.

26. August 1932 Reise zu Hedwig Müller nach Zürich.

24. September 1932 Uraufführung von Christoph Kolumbus in Leipzig. Das Stück wird bald wieder abgesetzt. [Text: Schnipsel]

29. September 1932 Mit seinem letzten größeren politischen Artikel Berliner in Österreich? Nein: Sozialisten bei Sozialisten! eröffnet Tucholsky die Wiener Ausgabe der Weltbühne.

08. Oktober 1932 Tucholsky fährt nach Zürich und wohnt bis 7. September 1933 bei Hedwig Müller.

Herbst 1932 Zwei kleinere Nasen-Operationen, die jedoch nicht helfen.

28. November 1932 Offizielle Anmeldung in Zürich.

Carl von Ossietzky, März 193330. Januar 1933 Paul von Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler.

28. Februar 1933 Nach dem Reichstagsbrand wird Ossietzky verhaftet und am 6. April ins Konzentrationslager Sonnenburg eingeliefert.

07. März 1933 Das letzte Heft der Weltbühne erscheint.

10. März 1933 Bücherverbrennung: »Undeutsche« Literatur wird öffentlich verbrannt, auch die Bücher Tucholskys. [Text: Brief an Walter Hasenclever]

Juni 1933 Einvernehmliche Auflösung der Verträge mit Rowohlt, da Tucholskys Bücher in Deutschland verboten sind. Tucholsky lehnt alle Angebote für öffentliche Auftritte und zur Mitarbeit an der Exilpresse ab.

21. August 1933 Gerichtliche Scheidung von Mary Tucholsky.

23. August 1933 Tucholsky steht auf der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches.

07. September 1933 Rückreise von Zürich über Frankreich nach Schweden.

25. Dezember 1933 Hedwig Müller kommt nach Hindås. Sie bleibt bis zum 20. Januar 1934.

14. Januar 1934 Tucholskys deutscher Reisepaß wird ungültig. Fortan hat Tucholsky einen schwedischen Fremdenpass mit der Auflage »Arbeitsaufnahme nicht erlaubt«. Dieser Pass muss alle sechs Monate verlängert werden.

Hedwig Müller, ca. 193408. Mai 1934 Ankunft in Paris.

20. Mai – 14. Juni 1934 Schwefelkur in Calles-les-Eaux.

14. Juni – 29. Juni 1934 Bei Hedwig Müller in Zürich.

03. Juli – 29. September 1934 In Lysekil an der westschwedischen Küste.

12. August 1934 Hedwig Müller kommt für vier Wochen zu Besuch.

27. November 1934 In einem Brief an das Nobel-Komitee in Oslo wirbt er für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky.

03. Dezember 1934 Erste von fünf Nasenoperationen, die bis Mai 1935 durchgeführt werden.

29. März 1935 Bitte an den Schweizer Bundesrat, sich für die Freilassung Berthold Jacobs, eines von den Nazis entführten Weltbühne-Mitarbeiters, einzusetzen.

Mai 1935 Tucholskys finanzielle Reserven sind erschöpft. Er ist nun auf die Unterstützung durch Hedwig Müller angewiesen.

11. Juni 1935 Tucholsky setzt sich für die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Ossietzky ein.

14. Juli – 29. September 1935 Mit Gertrude Meyer in Visby auf Gotland.

14. Oktober – 04. November 1935 Stationäre Untersuchung im Göteborger Sahlgrenska Krankenhaus wegen andauernder Magenbeschwerden.

Ende November 1935 Abschiedsbrief an Mary Gerold-Tucholsky. Tucholsky schickt den Brief nicht ab, er erreicht Mary Gerold erst nach Tucholskys Tod aus dem Nachlass.

30. November 1935 Sein schwedischer Anwalt rät davon ab, bereits jetzt ein Einbürgerungsgesuch zu stellen. Änderung des Testaments.

14. Dezember 1935 Tucholsky bietet der Baseler National-Zeitung einen Artikel gegen Knut Hamsun an, der Ossietzky öffentlich angegriffen hatte.

15. Dezember 1935 Brief an Arnold Zweig.

17. Dezember 1935 Angebot für einen Hamsun-Artikel an das Osloer Arbeiterbladet. Absage zwei Tage später.

20. Dezember 1935 Dasselbe Angebot an Det Norske Studentersamfund.

21. Dezember 1935 Um 21.55 Uhr stirbt Kurt Tucholsky im Sahlgrenska Krankenhaus in Göteborg. Im Obduktionsbericht steht: »Intoxicatio? (Veronal?)«.

20. Januar 1936 Gedenkfeier des »Schutzverbandes deutscher Schriftsteller« in Paris mit Reden u. a. von Egon Erwin Kisch, Rudolf Leonhard, Georg Bernhard, Gustav Regler.

Juli 1936 Tucholskys Urne wird in Mariefred / Gripsholm beigesetzt.

aktuelle Biographien

Für den Einstieg ist der nach den Wikipedia-internen Kriterien als »exzellent« eingestufte Eintrag zu Kurt Tucholsky hilfreich.

Die bis heute maßgebliche Biographie stammt von Michael Hepp: Kurt Tucholsky. Biographische Annäherungen. Diese ist leider nicht mehr lieferbar, aber antiquarisch erhältlich. Zudem ist das Buch in zahlreichen Bibliotheken erhältlich.

Michael Hepp hat auch den Band zu Tucholsky in der Reihe rororo monographien verfasst. Reihentypisch handelt es sich dabei um einen kurzen Abriss von Tucholskys Leben und Werk und ist als Einstieg oder Überblick uneingeschränkt zu empfehlen. Das Buch ist als Taschenbuch und als ebook lieferbar.

Rolf Hosfelds Biographie Tucholsky. Ein deutsches Leben ist nicht unumstritten, insbesondere, da er zu einigen Fragen Positionen vertritt, die die aktuelle Tucholsky-Forschung inzwischen anders sieht. Sie zeichnet sich allerdings durch einen hohen Anteil an direkten Zitaten und Textauszügen aus und kann durchaus als Überblickswerk gelesen werden. Das Buch ist derzeit als Hardcover, Taschenbuch und ebook erhältlich.

Für das ambivalente, jedoch lebenslang relevante Verhältnis zwischen Kurt Tucholsky und Mary Gerold sei auf das Werk von Klaus Bellin verwiesen: Es war wie Glas zwischen uns. Die Geschichte von Mary und Kurt Tucholsky ist aktuell als Paperback und als Taschenbuch erhältlich.

Tucholsky-Veranstaltungen
  1. [Burgdorf] Augen in der Großstadt

    29. April um 20:00
  2. [Neunkirchen] ALSO – WAT NU?

    28. Mai um 18:00 - 19:30
%d Bloggern gefällt das: