[Buxtehude] Weiberheld. Mit Tucholsky im Bett

Ist er Ehemann? Oder Freund? Vielleicht Liebhaber? Gar Macho? Die Schauspieler Heike Feist und Stefan Plepp setzen Kurt Tucholsky, das wohl größte Lästermaul der Weimarer Republik, aus der Perspektive der Frauen in Szene.
Im rasanten Wechsel von Komik und Tragik und durch Musik an Klavier und Akkordeon oder Geige nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise durch das Liebesleben dieses großen Dichters. Obwohl klein und dick und kein Schönling, zog Kurt Tucholsky viele Frauen im Laufe seines Lebens in den Bann.
Mary Gerold – Tucholskys große Liebe und zweite Ehefrau – kommt zu Wort, wie auch seine wichtigsten Liebhaberinnen Else Weil, Lisa Matthias und andere. So entfaltet sich eine spannende, berührende und zuweilen auch heitere Lebens- und Liebesgeschichte, die von seiner rastlosen Suche nach Erfüllung handelt.
Miteinander und gegeneinander lassen die Schauspieler ein dichtes Bild von Leidenschaft und Seelenfreundschaft entstehen und beteiligen die Zuschauer an Tucholskys Angst vor dem Leben, vor dem Alleinsein und der bedruckenden Frage: „Ist das nun Leben oder sich das Leben vertreiben?“ Mann, KerI oder Liebhaber? Leben, sterben oder mitsterben? Haben, sein oder gelten?
Die Akteure zeigen die Ambivalenz zu den wechselnden Damenbekanntschaften und lassen das Publikum teilhaben am Schmollen und Hadern, Hoffen und Träumen. Allerdings muss für den Womanizer Kurt Tucholsky der Moment des Glücks nur von kurzer Dauer gewesen sein: „In der Ehe pflegt gewöhnlich einer der Dumme zu sein. Nur wenn zwei Dumme heiraten – das kann mitunter gut gehen“, meinte er.

[Hamburg] Leben und Werk von Kurt Tucholsky

Annemarie Stoltenberg erzählt von und über Kurt Tucholsky: Tucholsky war einer der erfolgreichsten und berühmtesten Publizisten der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts.
Als Jurist, Journalist, Satiriker und Schriftsteller verteilte er sein Schaffen auf mehr als fünf Pseudonyme, u.a. Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panther.
Er war ein unbestechlicher Kritiker seiner Epoche. Erich Kästner schrieb, Tucholsky habe den Naziterror mit seiner Schreibmaschine stoppen wollen.
Auch heutzutage ist sein Werk immer wieder überraschend lebendig und neu zu entdecken: ironisch angespitzte Alltagsbeobachtungen, Gedichte, Couplets und flammende Schriften für Gerechtigkeit präsentiert Frau Stoltenberg in ihrem Vortrag.