[Berlin] Tucholsky, Die Weltbühne und Europa

Die Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft steht im Jahr 2017 unter dem Thema »Tucholsky, Die Weltbühne und Europa«.
Die Tagung an der Humboldt-Universität zu Berlin widmet sich historischen und zeitgenössischen Dimensionen des Europa-Bildes und sucht dabei insbesondere nach Anknüpfungspunkten im Werk Tucholskys.

Tucholsky, Die Weltbühne und Europa

Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
20.-22. Oktober 2017

Programm
Tagungsleitung: Dr. Ian King
Freitag, 20.10.
Ort: Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
16:00 Anreise der Teilnehmer_innen
Forschungsberichte von Nachwuchswissenschaftler_innen
17:00 Schüler_innen des IX. Liceum Szczecin mit einem Tucholsky-Programm
17:20 Sebastian Rojek (Stuttgart): Lothar Persius und seine Marinekritik nach dem Ersten Weltkrieg
17:50 Imbiss
18:50
Dr. Julia Meyer (Dresden) »Auf einer Bank im Central Park.« Mascha Kalekos Autorschaftsinszenierung als »Tochter Tucholskys«
19:20 Schüler_innen der Kurt Tucholsky-Oberschule Berlin mit einem Tucholsky-Programm (angefragt)
19:40 Dr. Ian King (London), Prof. Dr. Thomas Sandkühler (Berlin): Begrüßung der Teilnehmer_innen
20:00 PD Dr. Wolfgang Beutin (Stormarn): Europakonzepte der 1920er Jahre
Samstag, 21.10.
Ort: Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
10:00 Dr. Ian King (London): Kurt Tucholsky und Europa
11:00 Kaffeepause
11:30 Dr. Thomas Schneider (Osnabrück): Emil Ludwigs Europa-Konzepte
12:30 Mittagessen
14:00 Prof. Dr. Stuart Parkes (Malta): »Ach Europa!« Europa als Thema in der deutschen Literatur nach 1945
15:00 Kaffeepause
15:30 Dr. Heike Wieters (Berlin): Ist die Zukunft Europas Vergangenheit? Einige Gedanken zur aktuellen Situation
17:00 Mitgliederversammlung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft mit Vorstandswahlen
Sonntag, 22.10.
Ort: Theater im Palais
11:00 – 14:00 Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises für literarische Publizistik an Sönke Iwersen

  • Solidaritätsveranstaltung für Deniz Yücel mit dem Freundeskreis #FreeDeniz
  • Laudatio von Thomas Tuma und Dankesrede des Preisträgers
  • Auftritt von Studierenden des Germanistischen Instituts der Universität Szczecin
  • anschl. Empfang

Um 16.00 Uhr wird im Theater im Palais das Stück »Das Pflichtmandat – Mord aus Mangel an Humor« von John Mortimer gegeben. Die Teilnehmer an unserer Veranstaltung erhalten einen Spezialpreis in Höhe von 12,- € anstatt Kassenpreis von 22,- bis 25,- €.
Unter dem Stichwort »Tucholsky« können ab sofort Karten bestellt werden: Per email an service@theater-im-palais.de oder per Kartentelefon 030/2010693 oder direkt an der Theaterkasse in der Zeit von Di-Mi 11-16 Uhr, Do-Fr. 12.30-18 Uhr.
Tagungsbeitrag: 30 € für Mitglieder / 50 € für Nichtmitglieder. Angehörige der Humboldt-Universität zu Berlin nehmen kostenlos an der Tagung teil. Im Tagungsbeitrag sind enthalten: Teilnahme an der Tagung, Catering am Freitag und Samstag und die Teilnahme an der Preisverleihung am Sonntag.

Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich für die Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft vom 20.-22. Oktober 2017 in Berlin an.
Den Tagungsbeitrag überweise ich bis zum 30. September 2017 auf das Konto der KT-G bei der Sparkasse Minden-Lübbecke, IBAN DE49 4905 0101 0040 1308 90 SWIFT-BIC: WELADED1MIN unter dem Stichwort »Jahrestagung 2017«

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldung zur Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
"Tucholsky als Reiseschriftsteller"
vom 21. bis 23. Oktober 2022
im Haus des Sonnenberg-Kreis e. V., 37444 St. Andreasberg (Harz),

Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
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Organisatorische Hinweise
Tagungsbeitrag: 30 € für Mitglieder / 50 € für Nichtmitglieder. Angehörige der Humboldt-Universität zu Berlin nehmen kostenlos an der Tagung teil. Im Tagungsbeitrag enthalten sind enthalten: Teilnahme an der Tagung, Catering am Freitag und Samstag und die Teilnahme an der Preisverleihung am Sonntag.
Adressen
Tagungsort: Auditorium im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 / 2093-99 399
Ort der Preisverleihung: Theater im Palais, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 20 45 34 50
Übernachtung:
Für die individuelle Übernachtungssuche finden Sie Informationen zum Beispiel bei Visit Berlin.
Verkehrsverbindungen:
Die Tagungsorte sind gut zu erreichen. Anreiseinformationen zum:

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Publikationen der Kurt Tucholsky-Gesellschaft Rezensionen Rundbrief April 2017 Rundbriefe

[Rezension] Kurt Hiller/Mary Tucholsky: Briefwechsel 1952-1972

Zwei Schlüsselfiguren in Kurt Tucholskys Leben – die zweite Ehefrau und Al­leinerbin (zunächst seiner Schulden) Mary und der Weltbühne-Mitstreiter, Kriegs­gegner und antikommunistische Linke Kurt Hiller. Brigitte Laube hat den zwanzig­jährigen Briefwechsel zwischen den beiden bis zu Hillers Tod in einem schmalen Bändchen geschildert und kommentiert.
Hiller galt bisher mancherorts als Frauenfeind – teils wegen eigener Homosexuali­tät, teils wegen harter Kritik an bestimmten Frauen. Laube macht am Beispiel Mary Tucholskys deutlich, dass der Vorwurf unfair ist. Der cholerische Hiller hat zu den Menschen gehört, von denen es im Englischen kopfschüttelnd heißt, dass sie eine Schlägerei in einem leeren Raum anfangen könnten. Seine Ausbrüche gegen die KPD-nahe Zeitschrift »konkret« oder den Tucholsky-Verleger Ernst Rowohlt zei­gen, dass er ihm missliebige Männer ebenfalls nicht verschonte. Die langjährige Korrespondenz mit der Witwe seines Mitkämpfers beweist jedoch Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung: mindestens dieser Frau gegenüber hat Hiller relativ wenig Porzellan zerschlagen.
Dies nicht nur, wie Laube gleich zu Beginn ihrer Analyse anmerkt, wegen der Brief­markenbeigaben in Marys Sendungen (S. 1). Hiller war leidenschaftlicher Philatelist, aber für Mary viel mehr, nämlich Berater und Helfer beim Aufbau ihres Rottacher Archivs – früher in ihrem Haus am Rosswandweg, heute Teil des Deutschen Lite­raturarchivs in Marbach am Neckar.
Für Tucholsky-Freunde, die nicht das Glück hatten, Mary persönlich kennenzuler­nen, dürfte der 62 Seiten kleine Band eine Fundgrube sein. Wo Fritz J. Raddatz et­was gönnerhaft eine »stolze, herrische, gleichwohl warmherzige und bescheidene Frau« be­schreibt (S. 4), gibt Laube durch Hillers Briefe Beispiele eben dieser Warmherzig­keit. Wie er sich über den Empfang – und das gute Essen! – im schönen Oberbay­ern freut, beschreibt beispielsweise ein Zitat auf Seite 34, das – nicht untypisch – sofort in eine Kritik an Raddatz wegen angeblichem Vertragsbruch übergeht.
Man liest, wie Mary ihren geschätzten Informanten oft zu beschwichtigen versucht, ihn aber auch gut kennt. Sie liest seine Briefe, wenn sie mal verzagt ist, denn »Wer kann sich so alterieren wie Sie?« (S. 51). Eine rein rhetorische Frage.
Andererseits: die zielstrebige Mary braucht Hillers Rat, als es um die Publikation der verzweifelten Briefe aus Tucholskys letzten Wochen an den Bruder Fritz und den Schriftsteller Arnold Zweig geht. Hiller rät von einer Veröffentlichung ab: zum Höhepunkt der Restaurationsepoche unter Adenauer könnte Tucholskys unbarm­herzige Kritik an Deutschlands Linken und vor allem an seinen Juden von den Rechten instrumentalisiert werden. Im Streit um Hermann Kestens Vorwort zu ei­ner missglückten Tucholsky-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg 1957, die den Au­tor zum Nur-Humoristen verharmlost, schreiten beide Briefpartner Seit‘ an Seit‘, scheuen den juristischen Kampf ob der ad usum delphini getrimmten Ausgabe nicht, lassen das Buch nur mit einem distanzierenden Statement erscheinen, das Kestens Darstellung entlarvt.
Wie Hiller auch anderswo mit Recht erklärt hat, fehlte dort das (politische) Pseud­onym Ignaz Wrobel fast völlig. Aber Tucholsky war nicht in erster Linie ein berli­nernder Spaßvogel, sondern vor allem ein Kämpfer für Demokratie und soziale Gerechtigkeit.
Ähnliches gilt aber auch für Mary, die ohne archivarische Kenntnisse für die Samm­lung und Verbreitung der nach NS-Bücherverbrennungen und Entfernung aus den Bibliotheken in alle Winde verstreuten Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge ihres Mannes betrifft. Dass Kurt Tucholsky jetzt zwanzigmal mehr Leser als zu Lebzei­ten hat, dass das Werk in 17 Sprachen übersetzt ist (S. 4) – das alles ist größtenteils Marys Verdienst.
Wir, die wir sie noch gekannt haben, wissen diese Ehre zu schät­zen: Wer in ihrem Wohnzimmer zum ersten Mal Ernst Buschs einmalige Interpre­tation des Antikriegsliedes Der Graben gehört hat, vergisst das nie. Die nach Kurt Tucholsky genannte Gesellschaft setzt sich zum Ziel, weiter im Geist der beiden Ehepartner zu forschen, zu lernen, zu lehren und zu leben. Dieses Buch ist zu empfehlen!

Ian King

Brigitte Laube: Kurt Hiller – Mary Tucholsky. Briefwechsel 1952-1972. Books on Demand Norderstedt 2016. 64 Seiten, kartoniert. 4,99 € ISBN 978-3-7412-8277-5

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Jahrestagung 2017 Tagungen

Call for Papers: Qualifizierungsschriften zu Tucholsky

»Tucholsky, ›Die Weltbühne‹ und Europa«
Für die wissenschaftliche Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft (KTG) im Oktober 2017 in Berlin lädt die KTG junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, ihre Diplom-, Master-, Examensarbeiten oder Dissertationen zum oben genannten Thema, zu Kurt Tucholsky oder anderen Autoren des Weltbühnekreises in einem 20-minütigem Vortrag einem breiteren Publikum vorzustellen und in einen interdisziplinären Diskurs zu treten.
Die Vortragenden erhalten Gelegenheit, ihre Thesen und Forschungsergebnisse zu diskutieren. Es besteht die Möglichkeit, die Beiträge im Dokumentationsband zur Tagung zu publizieren.
Bitte senden Sie bis 15. Juni 2016 ein Exposé (ca. 200 Worte) und einen Kurzlebenslauf an Dr. Ian King, 1. Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft per eMail an: king@tucholsky-gesellschaft.de oder per Post an:
Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V.
Geschäftsstelle
Besselstraße 21/II
32427 Minden
Weitere Informationen erhalten Sie beim Tagungsleiter Dr. Ian King unter king@tucholsky-gesellschaft.de

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Jahrestagung 2017 Tagungen

Call for Papers: »Tucholsky, die Weltbühne und Europa«

Für die wissenschaftliche Tagung im Oktober 2017 in Berlin unter dem Thema »Tucholsky, ›Die Weltbühne‹ und Europa« ruft die Kurt Tucholsky-Gesellschaft zu Beiträgen auf.
Interessierte Beitragende sind dabei explizit eingeladen, neben historischen literatur- und kulturwissenschaftlichen Themen auch gegenwärtige Fragestellungen zu berücksichtigen.
Ein Vortrag soll 30-45 Minuten dauern, um jeweils Fragen und Diskussion zu ermöglichen.
Die Beiträge erscheinen anschließend in einem Tagungsband in der Schriftenreihe der Kurt Tucholsky-Gesellschaft.
Bitte senden Sie bis zum 15. Juni 2016 ein Exposé Ihres Themas und ihres Ansatzes (ca. 200 Worte) sowie einen Kurzlebenslauf an Dr. Ian King, 1. Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft, per email an: king@tucholsky-gesellschaft.de oder per Post an:
Kurt Tucholsky-Gesellschaft e. V.
Geschäftsstelle
Besselstraße 21/II
32427 Minden
Eine publikationsfähige Ausarbeitung (inkl. vollständigen Anmerkungen und Zitat-nachweisen) sollte bis zum 31.12. 2017 vorliegen.
Ein Honorar wird gezahlt. Weitere Informationen erhalten Sie beim Tagungsleiter Dr. Ian King unter king@tucholsky-gesellschaft.de
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