[Sonnenberg] Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft 2022

Die „kleine“ Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft im Jahr 2022 hat als Titel:

Tucholsky als Reiseschriftsteller

21. Oktober bis 23. Oktober 2022
Programm
Tagungsleitung: Frank Burkhard Habel

Ort: Internationales Haus Sonnenberg
Bildungs- und Tagesstätte des Sonnenberg Kreis e.V. ,
Claustahler Straße 11
37444 St. Andreasberg (Harz)

Freitag 21.Oktober

16:00 Anreise der Teilnehmer:innen
17:00 Frank Burkhard Habel und N.N. (Internationales Haus Sonnenberg) Begrüßung der Teilnehmer:innen
17:45 Abendessen
19:00 Viola von Cramon (angefragt) Der „Ukrainekrieg“ – Ursachen, Verlauf, Konsequenzen
mit anschließender Diskussion

20:30
Kellerbar (bis 23:00)

Samstag, 22. Oktober

08:15 Frühstück
09:15 Gabriel Weissenberg: „Was Tucholsky uns über die Pyrenäen lehrt“,   Frank Burkhard Habel:„Die Esel und die Tour de France“
10:30 Pause/Vormittagskaffee
11:00 Christiane Ille: „Schloss Gripsholm“
11:45 Robert Färber: Mit geballter Faust“ Kurt Tucholskys „Deutschland, Deutschland über alles
12:30 Mittagessen
14:00 Dr. Ian King: “Kleine Reise“  und 1923 in Deutschland
14:45 Bernd Brüntrup: “Das Wirtshaus im Spessart“
15:30 Pause/Nachmittagskaffee
16:00 Mitgliederversammlung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
17:45 Abendessen
19:00 Mitglieder präsentieren ihre Lieblingstexte
Tucholsky (Vor) Leseabend
20:30 Kellerbar (bis 23:00)

Sonntag, 23. Oktober

08:15 Frühstück
09:30 Stadtführung Goslar
12:30 Mittagessen
13:30 Tagungsende

Anmeldung

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldung zur Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
"Tucholsky als Reiseschriftsteller"
vom 21. bis 23. Oktober 2022
im Haus des Sonnenberg-Kreis e. V., 37444 St. Andreasberg (Harz),

Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
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Organisatorische Hinweise

Im Tagungshaus stehen 19 Einzelzimmer und 7 Doppelzimmer zur Verfügung. Die Zimmer werden entsprechend der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben.

  1. Alternative/Unterbringung und Mahlzeiten im Haus Sonnenberg

In den nachstehenden Tagungsbeiträgen sind die Unterkunftskosten und die   Verpflegungskosten enthalten. Im Einzelnen:
– Bettwäsche und Handtücher,
-Vollpension (2x Abendbüffet/2x Frühstücksbüffet/2xMittagsbüffet sowie Vormittagskaffee und Nachmittagskaffee)

– EZ (Dusche/WC) mit Vollpension/für Mitglieder            175,00 €
– EZ (Dusche/WC) mit Vollpension/für Nichtmitglieder    190,00 €

– DZ (Dusche/WC) mit Vollpension/Für Mitglieder            150,00 € Pro Person
– DZ (Dusche/WC) mit Vollpension/Für Nichtmitglieder   170,00 € Pro Person

  1. Alternative/Private Unterkunft außerhalb des Hauses Sonnenberg    mit Verpflegung im Haus Sonnenberg

– Freitag      9,50 €
– Samstag  40,00 €
– Sonntag  20,00 €
Bei der Verpflegung kann zwischen Mischkost, vegetarisch, vegan und ohne Schwein ausgewählt werden.

  1. Alternative/Hybridteilnahme

– Mitglieder          20,00 €
– Nichtmitglieder 30,00 €

Nach Anmeldung und anschließender Bestätigung ist der entsprechende Tagungsbeitrag innerhalb einer Woche auf unser Konto zu entrichten. Andernfalls wird die Bestätigung widerrufen.

Der Tagungsbeitrag ist zu überweisen auf das Konto der Kurt Tucholsky-Gesellschaft bei der Sparkasse Minden-Lübbecke, IBAN DE49 4905 0101 0040 1308 90 [DE49490501010040130890] SWIFT-BIC: WELADED1MIN unter dem Stichwort »Jahrestagung 2022«.

 Anmeldeschluss bei Zimmerbuchung:        30. August 2022
Anmeldeschluss ohne Zimmerbuchung: 30. September 2022

Das Haus Sonnenberg gewährt folgende Stornierungsfristen:
kostenfrei bis 6 Wochen vor Tagungsbeginn                        (08.09.22)
25% des Tagungspreises bis 4 Wochen vor Tagungsbeginn  (22.09.22)
50% des Tagungspreises bis 2 Wochen vor Tagungsbeginn  (06.10.22) 75% des Tagungspreises bis 1 Woche vor Tagungsbeginn    (13.10.22)
100% des Tagungspreises innerhalb der letzten Woche vor Tagungsbeginn.

Coronabedingte Stornierungen sind bis 1 Woche vor Tagungsbeginn, also bis spätestens am 13. Oktober 2022, möglich. Es fallen dann keine Stornierungskosten an.
Zahlungen und Stornierungen sind nur an/über die Geschäftsstelle möglich.

Adressen

Tagungsort: Internationales Haus Sonnenberg
Bildungs- und Tagesstätte des Sonnenberg Kreis e.V. ,
Claustahler Straße 11
37444 St. Andreasberg (Harz)
Gästebetreuung:
Tel.: 05582 944 111
e-Mail: rezeption@sonnenberg-international.de

Tel: 05582 944 0
e-Mail: info@sonnenberg-international.de

[Quickborn] Kurt Tucholsky zu seinem 130. Geburtstag

In diesem Jahr 2020 wäre er 130 Jahre alt geworden, dieser wunderbare, von Freiheit beseelte, von Liebe getragene Dichter, Satiriker, Geschichtenerzähler, Humanist und Welt-Bühne-Herausgeber Kurt Tucholsky (1890 – 1935).
Mit einer Hommage soll dieses Meisters der Sprache in diesem Jubiläumsjahr auch hier in Quickborn gedacht werden. Am Sonnabend, den 14. November 2020, um 19:00 Uhr werden im Artur-Grenz-Saal auf Einladung des Kultur-Vereins die Hamburger Schauspielerin Dorit Meyer-Gastell und der Musiker Jurij Kandelja am Bajan unter dem Motto „Frau ist Frau – Lottchen“ mit einem humorvollen Programm aufwarten, um sich mit dem „Phänomen Tucho“ und dessen wortsicheren Texten, die er den Frauen in den Mund legt, zu befassen.
Wer kennt nicht seine liebevollen Kurzromane „Rheinsberg“ und „Schloss Gripsholm“, beide mehrfach verfilmt. Oder das köstliche „Pyrenäenbuch“ als Reiseerzählung mit seinen Freunden. Die politischen Satiren unter den Pseudonymen Peter Panter, Theobald Tiger oder Kaspar Hauser. Die misslungenen Witze des Herrn Wendriner. Ja und die ans Herz gehenden Dialoge mit „Lottchen“.
Lottchen heißt sie und ist eine der vielen Frauen in Tucholskys Werk. Die Journalistin Lisa Mattias outete sich 1962 als seine Geliebte und literarische Figur. Sie war es, die Tucholsky inspirierte, seinem Lottchen eine Sprache und einen ganz eigenen Charakter zuzuschreiben. Einen von vielen Frauen, mit denen der ruhelose Kurt Tucholsky sein Glück suchte.

Kurt

Die Schauspielerin Dorit Meyer-Gastell, die wir in Quickborn bereits mit ihrem Programm über die Lyrikerin Mascha Kaléko und bei der Veranstaltung zu Ehren Sibille Brenners erleben durften, zieht in diesem Programm alle Register ihres komödiantisch-ausdruckstarken Spiels. Begleitet vom Meister Jurij Kandelja am Bajan (Knopfharmonika), entwirft sie ein zeitloses Bild der Geschlechter und ihrem Spiel untereinander.

Dorit

Der Eintritt beträgt € 20,00. Auf Grund der derzeitigen Beschränkungen können die Karten, entgegen der Ankündigung auf den Plakaten, nur im Vorverkauf in der Buchhandlung Theophil, Am Freibad 4a, Telefon 04106 6 64 64, erworben werden.
Mund und Nasenschutz ist beim Eintritt in den Saal erforderlich.

[Lüneburg] Tucholsky-​Abend

,Lesung, Lüneburg, Eine lit­er­arische Col­lage, vor­ge­tra­gen von Thomas Ney, unter dem Titel „sprechen-​schreiben-​schweigen — eine biographis­che Rückreise“.

[Online] Kurt Tucholsky Abend

„Ein Ehepaar erzählt einen Witz“, „Ein älterer, aber leicht betrunkener Herr“, „Das Ideal“, „Es wird nach einem Happy-end…“ – wohl niemand verbindet politische und menschliche Analyse auf so leichte und witzig-zynische Weise.
Zeitlos und pointiert zeigt er uns Schwächen und Stärken des Menschen, der Gesellschaft und seiner selbst auf.
Ob romantisch, ironisch, zornig, lustig oder weise – ein humorvoller, bunter Abend mit den vielen Facetten dieses großen Meisters. (mit Benedikt Vermeer)dik

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Allgemein

Zum Tod von Brigitte Rothert

Es gibt Menschen, denen man auch in sehr hohem Alter wünscht, sie könnten ewig leben, weil wir nicht auf sie verzichten wollen. Der Gedanke ist verständlich, aber egoistisch: Brigitte litt nach einem Sturz unter Demenz, lebte zuletzt im Heim, war Corona-krank. Trotzdem sage ich, der Tod ist zumindest für die Überlebenden keine Erlösung, sondern nur ein etwas brutaler Schlussstrich.

Brigitte war Kurt Tucholskys Großkusine und war darauf mit Recht stolz. Nach einer Veranstaltung, in der das Ehepaar Helfritsch das Lied “Fang nie was mit Verwandschaft an!” zum besten gegeben hatte, stürmte eine ältere Frau auf die beiden zu mit den Worten “Ich bin die Verwandschaft!” Bei einem Fernsehquiz des Typus “Wer bin ich?” trat sie als unser Namenspatron auf, ließ keine Gelegenheit aus, um die Bedeutung des illustren Verwandten herauszustreichen. Darüber schrieb sie gar das Buch ihres Lebens. Gut so.

Unser Ehrenmitglied Brigitte war, wie wohl die Meisten von uns, eine zwiespältige Natur. Auf der einen Seite eine liebenswürdige ältere Dame, die eine besondere, generationationenübergreifende Beziehung zur KT-Gesamtschule Minden pflegte und Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte regelmässig besuchte, solange es ihr gesundheitlich möglich war. Hier passt vielleicht die Anekdote, dass ich vor Jahren bei Brigitte gefrühstückt habe – nein, nicht übernachtet, wo denkt ihr denn hin, sie hat mich fürsorglich bei einer Nachbarin mit einer größeren Wohnung in der Sültstrasse untergebracht. Eine liebe Gastgeberin.

Aber ihr politisches Interesse sowie ihre Überzeugungen hielten sich bis ins hohe Alter ungebrochen. Ihren Spruch “Ich bin aus der PDS ausgetreten, die entschuldigen sich nur die ganze Zeit!” werde ich niemals vergessen. Konsequent, kein Wendehals – auch wenn ich als Sozialdemokrat anderer Meinung war, musste das respektiert werden. Wir haben sie respektiert.

Der Kreis schließt sich. Mir und Anderen hat Brigitte erzählt, wie die alliierte Bombardierung von Dresden, die ich noch immer als ein Kriegsverbrechen meiner Landsleute betrachte, ihr und ihrer Mutter das Leben gerettet hat.

Denn die verhängnisvollen Akten, durch die die beiden nach dem Osten geschickt werden sollten, gingen mit den Schuldigen und auch den vielen Unschuldigen in den Flammen auf. Vor einigen Jahren zog sie wieder in die alte Heimatstadt ein und freute sich darüber riesig. Jetzt ist sie im anderen Sinne heimgegangen.

Wir trauern um Brigitte. Und gleichzeitig feiern wir ihr Leben.

von Dr. Ian King, 1. Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft

Einen weiteren Nachruf hat unser 2. Vorsitzender Frank-Burkhard Habel für seine Kolumne im „Blättchen“ verfasst. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion folgt hier der Text:

Die Großkusine

Von F.-B. Habel

„Fang´ nie was mit Verwandtschaft an, dann bist du wirklich besser dran!“ Die heiteren Titelzeilen aus einem Chanson, das Kurt Tucholsky für eine Revue von Rudolf Nelson schrieb, nahm der Autor sehr ernst. Nur wenn es unumgänglich war, hielt er engen Kontakt zu seiner „Mischpoke“. Seiner Großkusine Brigitte Jährig hätte er noch im Bauch ihrer Mutter begegnen können, als er im Frühjahr 1928 ein letztes Mal zu einem Kuraufenthalt in Dresden auf dem Weißen Hirsch weilte. Aber er sah von einem Besuch ab. Die im Sommer geborene Brigitte lernte immerhin noch ihre Großtante Doris, Kurts Mutter, kennen und erst Jahrzehnte später ihre in die USA emigrierte Großkusine Ellen, Kurts Schwester.  

Als Brigitte anfangs unbeschwert aufwuchs, lernte sie bald, dass sie es schwerer haben würde als andere. Nach den Rassegesetzen der Nazis war sie ein „Mischling ersten Grades“, fiel unter die Einschränkungen für Juden. Der Vater hatte eine neue Familie gegründet, so dass von ihm kein Schutz ausging, im Gegenteil. Er war in NSDAP und SA, machte gegenüber Ämtern geltend, dass er für den „Judenstämmling“, also Brigitte, keinen hohen Unterhalt zahlen könne, weil das zum Nachteil seiner arischen Kinder aus zweiter Ehe wäre. Nur mit Freundeshilfe und falschen Angaben konnte sie eine Büroarbeit aufnehmen, war aber gezwungen, in den vierziger Jahren mit ihrer Mutter in einen „Judenhaus“ zu leben, in dem jüdische Dresdner Bürger beengt und drangsaliert beieinander wohnten. Nachbarn waren in diesem Haus u.a. das Ehepaar Klemperer, und mit Victor Klemperer, der Brigitte sehr schätzte, bestand die freundschaftliche Verbindung bis an dessen Lebensende.

Von Tucholsky wurde bei Jährigs nicht viel gesprochen, aber Brigitte bemerkte, dass ihre Mutter, wohin sie auch getrieben wurden, immer einige Tucholsky-Bände mit sich nahm. Sie verbrannten in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 beim großen Angriff der alliierten Bomber, der Dresden fast auslöschte. Für Anne-Marie Jährig, geb. Tucholski, war es ein großes Glück. Zwei Tage später sollte sie abtransportiert werden, aber die Unterlagen verschwanden im Chaos, so dass ihr das Bombardement das Leben rettete.

Nach dem Krieg konnte Brigitte eine Ausbildung zur Russischlehrerin machen, lehrte erst in Dresden, später als Brigitte Rothert in Berlin. Nach und nach machte sie sich mit dem Werk ihres berühmten Verwandten vertraut, schätzte nicht nur seinen Witz sondern auch seine antimilitärische und antifaschistische Haltung. Brigittes Mutter Anne-Marie hielt Briefkontakt mit Kurts Schwester Ellen, und Brigitte lernte sie dann bei einem Berlin-Besuch in den siebziger Jahren kennen. Nach Ellens Tod 1982 fand ein großer Koffer mit Büchern und anderen Devotionalien den Weg zu Brigitte Rothert. Wie sie sich monatelang bei den DDR-Behörden darum bemühen musste, dass ihr der Nachlass ausgehändigt wurde, schilderte sie in ihrem 2007 erschienenen Buch „Tucholskys Großkusine erinnert sich“, das sie unter dem Namen Brigitte Rothert-Tucholsky veröffentlichte. 

Da Kurt Tucholsky und seine Geschwister kinderlos geblieben waren, und viele Verwandte – darunter auch Tante Doris, Tucholskys Mutter – im Holocaust umkamen, war Brigitte Rothert jetzt die letzte Verwandte der Familie. Für sie war es nun zur Lebensaufgabe geworden, das Werk ihres Vorfahren weiter zu verbreiten. Sie trat in die Kurt Tucholsky-Gesellschaft ein (die sie zum Ehrenmitglied ernannte), sprach im Fernsehen über ihren berühmten Verwandten, besuchte sein Grab in Schweden, hielt Kontakt mit Tucholsky-Bibliotheken und trat in Tucholsky-Schulen auf. Besonders eng wurde die Zusammenarbeit mit der Tucholsky-Gesamtschule in Minden/Westf. seit den neunziger Jahren. Sie arbeitete mit den Schülern und führte sie an Tucholskys Werk heran. Auf der Homepage der Schule ist Brigitte Rothert mit Rezitationen zu hören.

In den neunziger Jahren wandelte sich die Russisch- zur Deutschlehrerin, erteilte in der Oranienburger Straße russischen Auswanderern Deutschunterricht. Doch es zog sie in die Heimat. Mit über 80 zog sie wieder in Dresden in eine schöne Hochhauswohnung mit Blick über die Stadt bis zu den angrenzenden Gebirgen. Am Ende ihres Lebens blieb ihr die Covid-19-Infektion nicht erspart. Mit 92 Jahren starb Tucholskys letzte Verwandte im November in einem Pflegeheim in Radeburg. Ihre Erinnerungen werden weitergetragen.

Der Text entstand für die Ausgabe 25/2020 auf der Plattform das-blaettchen.de

Weitere Nachrufe: Kurt Tucholsky-Gesamtschule Minden

[Berlin] Kurt Tucholsky: Lachen ohne Weinen

„Ich habe Erfolg, aber keinerlei Wirkung!“

Kurt Tucholsky: Lachen ohne Weinen

Literarisch-musikalisches Programm
von und mit
Ilona Blumenthal-Petzold (Rezitation)
Wolfgang Geiger (Piano)
Max Dollinger (Gesang, Rezitation)

Das musikalisch-literarische Programm widmet sich in kurzweiligen 80 Minuten dem künstlerischen Schaffen Kurt Tucholskys. Vor allem die Gleichzeitigkeit scheinbarer Gegensätze prägte den Werdegang und die Werke des Satirikers, da er sowohl die tagesaktuelle Politik als auch die ganz alltäglichen Probleme des einfachen Mannes in seinen Texten thematisierte, die Gesellschaft in der Zeitung scharf verurteilte und gleichzeitig diese im Varieté bestens bespaßte.
Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der Konzeption von „Lachen ohne Weinen – Ich habe Erfolg, aber keinerlei Wirkung!“ wieder: Der erste Teil widmet sich der Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft, der zweite dem Alltag und zwischenmenschlichen Beziehungen. Tucholskys eigene Gedankenblitze, sogenannte „Schnipsel“ aus seinen Notizen, verbinden die abwechselnden Musiknummern, die von Kabarettstücken über erschütternde Chansons bis hin zum Schlager reichen, und Rezitationen miteinander. Neben Kompositionen seiner Zeit von Friedrich Hollaender, Hanns Eisler sowie Benedikt Eichhorn wird auch eine Uraufführung erklingen. Über manche Zeitlosigkeit von Geschlechterklischees bis hin zur Erstarkung der Rechten wird der Zuhörer sich wundern, erschrocken sein – über die Satire lachen und weinen?
Karten gibt es beim Theater im Palais.
Ilona Blumenthal-Petzold
wurde in Lauchhammer/Lausitz geboren. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Schauspiel an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig u.a. bei Erika Solbrig, anschließend Gesang in der Abteilung für Popularmusik bei Christiane Kluge an der HMT Leipzig „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Des Weiteren absolvierte sie ein Postgradualstudium in Sprecherziehung am Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und begann 1980 mit der Lehrtätigkeit in Sprecherziehung in der Fachrichtung Gesang/Musiktheater.
Als Chanson- und Liedinterpretin arbeitet sie u.a. im Trio „Corazon“ und konzipiert literarisch-musikalische Programme wie „Berührungen“ mit dem Komponisten Wolfgang Mader, Jazz-Lyrik mit dem Komponisten Frank Petzold und Tucholsky/Eisler-Programme mit dem Gitarristen Thomas Blumenthal.  Außerdem war sie bisher in Lesungen wie „Maxi Wander – Auskunft und Offenbarung“, „Chopin in Wien“, „Hölderlin“ und Goethes „West-östlicher Divan“ als Sprecherin zu erleben.
Wolfgang Geiger
wurde 1991 im oberfränkischen Marktredwitz geboren. Nach dem Abitur in Hof/ Saale absolvierte er ein künstlerisches Aufbaujahr an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg und begann 2012 sein Schulmusikstudium an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar mit dem Schwerpunktfach Schulpraktisches Klavierspiel. Zurzeit schließt Wolfgang Geiger den Studiengang „Master of Education“ in Schulmusik ab und studiert parallel dazu im Master Musiktheorie. Neben dem Klavierspiel und weiteren musikalischen Tätigkeiten als Chorsänger oder Tubist des Landes- und Bundesjugendorchesters ist er Präsident des Vereins BundesSchulMusikChor und -Orchester e.V.
Er ist Träger des Kulturpreises der Stadt Marktredwitz und Gesamtsieger des 12. Bundeswettbewerbs Schulpraktisches Klavierspiel in Weimar. Im April 2018 gründete er das Palais-Orchester und steht zusammen mit seinem Freund und Sänger Max Dollinger aus Leipzig regelmäßig auf der Bühne.

Max Dollinger
Der 1996 in Hof/Saale geborene Max Dollinger studiert seit 2015 Gesang-Musiktheater an der HMT Leipzig bei KS Prof. Roland Schubert. Seine Liebe zur Musik entdeckte der junge Bariton bereits früh durch intensiven Gitarren-, Klavier- und Trompetenunterricht: Nachdem er als Junge Teil des Windsbacher Knabenchors war, sang er bereits mit zwölf Jahren die Partie des Zweiten Knaben in „Die Zauberflöte“ am Theater Hof.
Seitdem wirkte der mehrfache Jugendmusiziert-Bundespreisträger in über 25 Musiktheaterproduktionen u.a. an der Oper Leipzig, am Theater Hof, am Theater Nordhausen und am Renaissance-Theater Berlin schwerpunktmäßig im Bereich des unterhaltenden Musiktheaters mit. Für den Musical-Bereich erhält er dabei wichtige Impulse von Prof. Noelle Turner (Essen).
Zu seinem Repertoire gehören u.a. Partien wie Blasius Römer im „Schwarzwaldmädel“, Oberst Pickering in „My fair Lady“, Zahnarzt u. Audrey 2 in „Der kleine Horrorladen“ und Nick in „Fame“. Seit Oktober 2018 ist er im Kammermusical „Pink – Manchmal braucht’s nur einen Lippenstift“ (UA) in der männlichen Hauptrolle des Lewis am Renaissance-Theater Berlin zu erleben. Im Mai 2019 hat er in Leipzig und Jena sein Debüt als Oberst Ollendorf in „Der Bettelstudent“ geben.
Konzerte führten ihn bereits an den Friedrichstadt-Palast Berlin, das Gewandhaus zu Leipzig, zum Altenburger Musikfestival sowie zum Bachfest Leipzig. Als Conférencier tourt er seit 2018 mit dem Palais-Orchester und seinem Musikerfreund Wolfgang Geiger mit ihrer Revue „Der verspielte Mann“, sowie mit dem Tucholsky-Programm „Lachen ohne Weinen“.Beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2017 für Musical-Chanson wurde er mit dem Förderpreis der Stiftung Rosenbaum und dem Sonderpreis der Staatsoperette Dresden ausgezeichnet.
 

 

Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises an Margarete Stokowski

Für Teilnehmende der Jahrestagung ist der Eintritt frei.
»Im Großen und Ganzen versuche ich, da Staub aufzuwirbeln, wo es eh schon dreckig ist. Also ungefähr das Gegenteil von dem, was von einer Polin in Deutschland erwartet wird, Zwinkersmiley.« (Margarete Stokowski)
Der Kurt Tucholsky-Preis 2019 wird verliehen an Margarete Stokowski.
Das Programm:

Begrüßung
Dr. Ian King
Kurt Tucholsky-Programm
Schüler_innen der Kurt Tucholsky-Oberschule Berlin-Pankow
Begründung der Jury
Zoë Beck und Doris Akrap

Laudatio
Dr. Susanne Mayer
Übergabe des Preises
Dr. Ian King

Dank der Preisträgerin
Margarete Stokowski
Auszug aus Lachen ohne Weinen
Max Dollinger / Ilona Blumenthal-Petzold / Wolfgang Geiger
Empfang

Ein Mädchen packt aus, in Düsseldorf

Realsatirische Geschichten von Kurt Tucholsky live auf der Bühne

In 17 Episoden voller weiblicher Tragödien und männlicher Untugenden – voller Leben mit all seinen vergnüglichen Katastrophen erleben Sie wie aktuell, herzerfrischend und ironisch Tucholsky noch heute ist. Wir versprechen Ihnen 90 kurzweilige Minuten, die nicht nur das Zwerchfell lockern, sondern auch den Geist auf Trab halten.

Mit Julia Streich
Auch am 30.11.2018 20:00 Uhr

Mary Gerold-Tucholskys 120. Geburtstag

Gedenkveranstaltung zum Mary Gerold-Tucholsky 120. Geburtstag

Mary Gerold-Tucholsky war Kurt-Tucholskys zweite Ehefrau und große Liebe

Aus Anlass ihres 120. Geburtstages gestaltet die Kurt Tucholsky Gesellschaft gemeinsam mit der Kurt-Tucholsky-Bibliothek ein Programm mit Lesungen aus den Briefen Tucholskys und Tagebucheinträgen Gerolds. Anschließend folgt ein Interview mit Brigitte Kellner zu ihrem Buch über Mary Gerold.

Tucho auf dem Theaterschiff, Hamburg

HEUTE ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN

Chansons, Schnipsel, Texte und Couplets

Ja, wie hieß er denn? Theobald Tiger? Ignaz Wrobel? Peter Panter? Oder doch Kaspar Hauser? Für seine literarischen Arbeiten gab sich Tucholsky ganz verschiedene Namen. Berühmte Komponisten wie Hanns Eisler gaben Ihnen Musik. Berühmt geworden durch den Roman „Rheinsberg: ein Bilderbuch für Verliebte“ hat er ein Unmenge Gedichte und Lieder geschrieben.

Johannes Kirchberg begibt sich mit Kurt Tucholsky auf eine Entdeckungsreise hin zum Beginn des letzten Jahrhunderts. Und er präsentiert die immer noch aktuellen Themen in dem beeindruckenden Chansonabend HEUTE ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN.

Kirchberg singt Tucholsky, er spielt und rezitiert ihn. Mit charmanter Leichtigkeit entführt er in Tucholskys Sicht auf die Welt, erzählt von seinen Reisen, seinen Liebschaften, der Politik und präsentiert Tucholskys scharfzüngigen Humor mit Liedern komponiert von Eisler, Bienert und vor allem Kirchberg selbst.