[Berlin] Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises

Kurt Tucholsky-Preis für literarische Publizistik
Der Preis wird alle zwei Jahre von der Kurt Tucholsky-Gesellschaft vergeben und ist mit 5000 € dotiert. Mit dem Preis werden engagierte Publizisten oder Journalisten ausgezeichnet, die der »kleinen Form« wie Essay, Satire, Song, Groteske, Traktat oder Pamphlet verpflichtet sind und sich in ihren Texten konkret auf zeitgeschichtlich-politische Vorgänge beziehen.
Die bisherigen Tucholsky-Preisträger sind:

Die Mitglieder der Jury sind:
Dr. Wolfgang Helfritsch (Sprecher der Jury, Kabarettist und Autor, Berlin), Prof. Dr. Stuart Parkes (Germanist, St. Paul’s Bay, Malta), Marc Reichwein (Journalist, Leipzig/Berlin), Mechthild Schäper (Germanistin, Krefeld), Rainer Wieland (Lektor, Berlin).
Der diesjährige Kurt Tucholsky-Preis für literarische Publizistik wird verliehen an Sönke Iwersen, Leiter Investigative Recherche beim Handelsblatt.
Sein Dossier »Edward Snowden – Schutzengel ganz unten« verbindet investigative Rercherche mit der Empathie der literarischen Reportage. Gerade in dieser Verbindung aus engagiertem, aufklärerischem Journalismus und literarischer Qualität liegt der Geist des Werkes Kurt Tucholskys, dessen Tradition zu bewahren Ziel des Kurt Tucholsky-Preises ist.
Die Preisvergabe findet als Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Jahrestagung »Tucholsky, Die Weltbühne und Europa« der Kurt Tucholsky-Gesellschaft am 22.10. 2017 im Theater im Palais Berlin statt. Als Laudator wird Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur beim Handelsblatt, sprechen.
Die diesjährige Preisverleihung steht auch unter dem Zeichen der anklagslosen Inhaftierung des Preisträgers von 2011, Deniz Yücel. Deshalb wird die Veranstaltung mit einer Solidaritätsaktion von FreeDeniz eröffnet.
Die Teilnahme ist frei, da die Plätze jedoch begrenzt sind, wird um Anmeldung gebeten (an: info@tucholsky-gesellschaft.de)
>Programm
Begrüßung
Dr. Ian King, 1. Vorsitzender der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
Solidaritätsveranstaltung für Deniz Yücel
Freundeskreis #FreeDeniz
Kurt Tucholsky Programm
Studierende des Germanistischen Instituts der Universität Szczecin
Laudatio
Thomas Tuma, Stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatt
Übergabe des Preises
Dr. Ian King
Dank des Preisträgers
Sönke Iwersen
Empfang

[Berlin] Tucholsky, Die Weltbühne und Europa

Die Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft steht im Jahr 2017 unter dem Thema »Tucholsky, Die Weltbühne und Europa«.
Die Tagung an der Humboldt-Universität zu Berlin widmet sich historischen und zeitgenössischen Dimensionen des Europa-Bildes und sucht dabei insbesondere nach Anknüpfungspunkten im Werk Tucholskys.

Tucholsky, Die Weltbühne und Europa

Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
20.-22. Oktober 2017

Programm
Tagungsleitung: Dr. Ian King
Freitag, 20.10.
Ort: Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
16:00 Anreise der Teilnehmer_innen
Forschungsberichte von Nachwuchswissenschaftler_innen
17:00 Schüler_innen des IX. Liceum Szczecin mit einem Tucholsky-Programm
17:20 Sebastian Rojek (Stuttgart): Lothar Persius und seine Marinekritik nach dem Ersten Weltkrieg
17:50 Imbiss
18:50
Dr. Julia Meyer (Dresden) »Auf einer Bank im Central Park.« Mascha Kalekos Autorschaftsinszenierung als »Tochter Tucholskys«
19:20 Schüler_innen der Kurt Tucholsky-Oberschule Berlin mit einem Tucholsky-Programm (angefragt)
19:40 Dr. Ian King (London), Prof. Dr. Thomas Sandkühler (Berlin): Begrüßung der Teilnehmer_innen
20:00 PD Dr. Wolfgang Beutin (Stormarn): Europakonzepte der 1920er Jahre
Samstag, 21.10.
Ort: Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
10:00 Dr. Ian King (London): Kurt Tucholsky und Europa
11:00 Kaffeepause
11:30 Dr. Thomas Schneider (Osnabrück): Emil Ludwigs Europa-Konzepte
12:30 Mittagessen
14:00 Prof. Dr. Stuart Parkes (Malta): »Ach Europa!« Europa als Thema in der deutschen Literatur nach 1945
15:00 Kaffeepause
15:30 Dr. Heike Wieters (Berlin): Ist die Zukunft Europas Vergangenheit? Einige Gedanken zur aktuellen Situation
17:00 Mitgliederversammlung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft mit Vorstandswahlen
Sonntag, 22.10.
Ort: Theater im Palais
11:00 – 14:00 Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises für literarische Publizistik an Sönke Iwersen

  • Solidaritätsveranstaltung für Deniz Yücel mit dem Freundeskreis #FreeDeniz
  • Laudatio von Thomas Tuma und Dankesrede des Preisträgers
  • Auftritt von Studierenden des Germanistischen Instituts der Universität Szczecin
  • anschl. Empfang

Um 16.00 Uhr wird im Theater im Palais das Stück »Das Pflichtmandat – Mord aus Mangel an Humor« von John Mortimer gegeben. Die Teilnehmer an unserer Veranstaltung erhalten einen Spezialpreis in Höhe von 12,- € anstatt Kassenpreis von 22,- bis 25,- €.
Unter dem Stichwort »Tucholsky« können ab sofort Karten bestellt werden: Per email an service@theater-im-palais.de oder per Kartentelefon 030/2010693 oder direkt an der Theaterkasse in der Zeit von Di-Mi 11-16 Uhr, Do-Fr. 12.30-18 Uhr.
Tagungsbeitrag: 30 € für Mitglieder / 50 € für Nichtmitglieder. Angehörige der Humboldt-Universität zu Berlin nehmen kostenlos an der Tagung teil. Im Tagungsbeitrag sind enthalten: Teilnahme an der Tagung, Catering am Freitag und Samstag und die Teilnahme an der Preisverleihung am Sonntag.

Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich für die Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft vom 20.-22. Oktober 2017 in Berlin an.
Den Tagungsbeitrag überweise ich bis zum 30. September 2017 auf das Konto der KT-G bei der Sparkasse Minden-Lübbecke, IBAN DE49 4905 0101 0040 1308 90 SWIFT-BIC: WELADED1MIN unter dem Stichwort »Jahrestagung 2017«

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldeformular Sonnenberg 2022

Anmeldung zur Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft
"Tucholsky als Reiseschriftsteller"
vom 21. bis 23. Oktober 2022
im Haus des Sonnenberg-Kreis e. V., 37444 St. Andreasberg (Harz),

Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
Hiermit melde ich mich zur Jahrestagung 2022 in Sonnenberg an.
Vorname
Name
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Ich wünsche folgende Verpflegung

**Bitte Nachweis bereithalten
Organisatorische Hinweise
Tagungsbeitrag: 30 € für Mitglieder / 50 € für Nichtmitglieder. Angehörige der Humboldt-Universität zu Berlin nehmen kostenlos an der Tagung teil. Im Tagungsbeitrag enthalten sind enthalten: Teilnahme an der Tagung, Catering am Freitag und Samstag und die Teilnahme an der Preisverleihung am Sonntag.
Adressen
Tagungsort: Auditorium im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 / 2093-99 399
Ort der Preisverleihung: Theater im Palais, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 20 45 34 50
Übernachtung:
Für die individuelle Übernachtungssuche finden Sie Informationen zum Beispiel bei Visit Berlin.
Verkehrsverbindungen:
Die Tagungsorte sind gut zu erreichen. Anreiseinformationen zum:

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Jahrestagung 2017 Kurt Tucholsky Preis für literarische Publizistik Tagungen

Kurt Tucholsky-Preis für literarische Publizistik 2017 an Sönke Iwersen

Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft vergibt den mit 5.000 € dotierten Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik an den Journalisten Sönke Iwersen, Leiter Investigative Recherche beim Handelsblatt.

Sönke Iwersen (c) Sönke Iwersen
Sönke Iwersen (c) Sönke Iwersen

Sönke Iwersen, geboren 1971 in Hamburg, arbeitete zunächst als freier Journalist für FAZ, Hamburger Abendblatt und Berliner Zeitung, absolvierte die Axel Springer Journalistenschule und trat dann in die Wirtschaftsredaktion der Stuttgarter Zeitung ein. Seit 2006 ist er Redakteur des Handelsblatts in Düsseldorf, seit 2012 leitet er dort das in jenem Jahr gegründete Investigativ-Team, das seitdem mit zahlreichen Journalistenpreisen ausgezeichnet wurde. Iwersen wurde auch persönlich vielfach für seine Arbeit geehrt, unter anderem mit dem Henri Nannen Preis, zwei Wächterpreisen und dem Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik.
Sein Dossier Edward Snowden – Schutzengel ganz unten verbindet investigative Rercherche mit der Empathie der literarischen Reportage. Gerade in dieser Verbindung aus engagiertem, aufklärerischem Journalismus und literarischer Qualität liegt der Geist des Werkes Kurt Tucholskys, dessen Tradition zu bewahren Ziel des Kurt Tucholsky-Preises ist.
Die Begründung der Jury:

In seinem Dossier Schutzengel – ganz unten verbindet Sönke Iwersen investigative Rercherche mit der Empathie der literarischen Reportage.
Iwersen bereiste einen Ort, der in der global thematisierten Snowden-Affäre erstaunlich unbesehen blieb: Er besuchte die Wohnsilos von Hongkong, in denen der Whistleblower Edward Snowden im Juni 2013 für zwei Wochen Unterschlupf fand.
Sprachlich prägnant und dramaturgisch pointiert gibt Iwersen den vier Asylsuchenden, die Snowden trotz eigener prekärer Lage Schutz boten, einen Namen und eine Herkunft. Und er gibt ihnen Würde, indem er in wechselnder Perspektive darlegt, was sie in die so genannte illegale Migration trieb.
Iwersens im Handelsblatt veröffentlichte Reportage steht beispielhaft dafür, wie auch eine Wirtschaftszeitung die dunkelsten Nischen der Globalisierung ausleuchten kann.
Der Blick hinter die Fassaden Hongkongs verknüpft unser Zeitalter weltweiter Aus- und Einwanderung mit einer unbekannten Episode der Snowden-Affäre.
Diese Verquickung im Zeitalter weltweiter Überwachung ist engagiert, originell, aufklärerisch – und deshalb preiswürdige Publizistik in bester Tradition Kurt Tucholskys.

Die Preisvergabe findet als Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Jahrestagung »Tucholsky, Die Weltbühne und Europa« der Kurt Tucholsky-Gesellschaft am 22.10. 2017 im Theater im Palais Berlin statt. Als Laudator wird Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur beim Handelsblatt, sprechen.
Snowden‘s Guardian Angels
Die von Sönke Iwersen in seinem ausgezeichneten Dossier porträtierten Helfer Snowdens sind zwischenzeitlich selbst in Not geraten und haben ihre Zuflucht in Hongkong verloren. Sie benötigen nun selbst Hilfe und Unterstützung.
Informationen hierzu sind zu finden im Artikel »Snowdens Schutzengel fürchten um ihr Leben« von Sönke Iwersen im Handelsblatt und bei der Kampage For the refugees.
Weitere Informationen:

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Kurt Tucholsky Preis für literarische Publizistik

Geburtstagsgruß an Deniz Yücel

Lieber Deniz,
es fällt schwer, Dir unbelastet zum Geburtstag zu gratulieren, sehen und wissen wir doch, unter welchen Umständen Du gezwungen bist, ihn zu begehen.
Als Carl von Ossietzky für seine journalistische Arbeit 1932 ins Gefängnis geworfen wurde, schrieb Kurt Tucholsky:

Die Strafe ist und bleibt nichts als die Benutzung einer formalen Gelegenheit, einem der Regierung unbequemen Kreis von Schriftstellern eins auszuwischen […] Im geistigen Kampf werden sie auch weiterhin so erledigt werden, wie sie das verdienen. Und das muß doch gesessen haben. Denn sonst wären jene nicht so wütend und versuchten es nicht immer, immer wieder. Es wird ihnen nichts helfen.

Wir wünschen uns allen drinnen und draußen und ganz besonders Dir, dass es auch den heutigen Rechtsbeugern der Türkei nichts helfen möge. So senden wir Dir herzlichste Grüße und versichern Dir unsere ungebrochene Solidarität.
Als die Jury Dir 2011 den Kurt-Tucholsky-Preis zuerkannte, lobte sie Deinen Mut, zur Verdeutlichung der Wahrheit auch vor dem Zorn der verkappten Spießer_innen nicht zurückzuschrecken, sondern »die große, bunte Landsknechts-trommel gegen alles, was stockt und träge ist« (Tucholsky) zu schlagen.
Dein Ehrenplatz zur diesjährigen Preisverleihung wird von uns freigehalten, denn noch immer hoffen wir, Dich in Berlin begrüßen zu können: Wir wollen das Meer sehen – Deniz’i görmek istiyoruz.
Bis dahin wünschen wir Dir, was auch Tucholsky seinem Freund wünschte:

Ich wünsche ihm im Namen aller Freunde, daß er diese Haft bei gutem Gesundheitszustand übersteht.

Der Vorstand der Kurt Tucholsky-Gesellschaft

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